Herzlich Willkommen

bei der Stotterer-Selbsthilfegruppe in Würzburg!

Zosamme – nit allein!       Handverlesene Buko-Bilder von Köln 2018!



unser kleines Blog

oder: Weißt Du schon, was am letzten Gruppenabend alles los war?

Am 4.12.2018 waren Martin und ich (Michael) zusammen mit einer Logopädin und ihrem Klienten in Würzburg in der Fußgängerzone unterwegs. Dieses In-Vivo-Sprechtraining war zustandekommen aufgrund unserer 'Welttag des Stotterns'-Aktion (siehe unten, Blogbeitrag!) Eigentlich wollten wir noch mehr unserer Mitglieder motivieren, die Erfahrung in der Anwendung von Sprechtechniken haben – aber der Vorlauf von nur einer knappen Woche war dann doch leidlich kurz. 

Also, angefangen hat die Gruppe im mymuesli-Laden in der Spiegelstraße, in welchem alle drei Betroffenen mit unterschiedlichsten Sprechtechniken ein individuelles Beratungsgespräch führten: ein Mal nach 'Prüß', ein Mal nach 'van Riper' und ein Mal knallhart mit superhartem Pseudostottern. Das Pseudostottern ist (auch bei den Betroffenen) immer wieder die verblüffendste Sprechtechnik: Das Stottern bewusst vorführen, dabei selbstbewusst Augenkontakt halten und das Redeziel einfach trotzdem erlangen und sich nicht schämen – immer wieder ein erfrischendes Erlebnis!

Die zweite Station war dann der Kaufhof, wo wir Beratung zu Beauty-Produkten fanden. Hmmm, der Kaufhof hat sogar tierversuchsfreie Kosmetik – aber kein Bio-Haar-Öl ohne Haarmaske^^

Die In-Vivo-Aktion hat allen Beteiligten sichtlich Spaß gemacht und war für alle Beteiligten ein voller therapeutischer Erfolg; außerdem konnte ich sogar noch eine weitere schriftliche Einladung zu unserer Weihnachtsfeier (nicht vergessen: Mi, 12.12.2018, Selbsthilfehaus, Scanzonistr.4) an den Klienten platzieren.


Der Kurzfilm/Clip der Sprechfreude³-Gruppe ist nun auf YouTube!

 

Der Plan war ja (siehe unten unter Sprechfreude³) , dass ein oder mehrere Kurzfilme entstehen sollten, die zur Öffentlichkeitsarbeit der drei Verbände verwendet werden können.

 

Ja, was soll ich da lange reden? Guckt ihn euch einfach an; hier ist der Link:

 

Lass uns reden

 

Mein Dank geht an Dagmar Amslinger als treibende Kraft, weiter an alle Aktiven vor und hinter der Kamera (super!), dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Deutschen Bundestag und natürlich den drei Verbänden, die das Projekt zusammen gestemmt haben:

Bundesverband Aphasie e.V.

Selbsthilfevereinigung für Lippen-Gaumen-Fehlbildungen (Wolfgang Rosenthal Gesellschaft)

Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.


Am 8. November 2018 war es soweit: Eine kleine Abordnung unserer Gruppe ist tatsächlich losgezogen und hat ausgewählte logopädische Praxen in Würzburg (und dem Umland) besucht. Nachdem sich keiner von uns mehr an eine vergleichbare Aktion erinnern konnte, war das ziemliches Neuland.

 

In allen besuchten Praxen wurde unsere Delegation mit offenen Armen empfangen und konnte sich ausgiebig vorstellen. Es entwickelte sich immer ein lebhaftes Fachgespräch – zum Teil wie auf einem kleinen Gruppenabend! Für uns war es natürlich interessant, einen Blick in die Praxen werfen zu können. Und direkt vor Ort konnten wir der fachlichen Qualifikation der Logopädinnen und ihren Therapiekonzepten auf den Grund gehen. Nachdem es in unserer Gruppe Mitglieder gibt, die schon weit mehr als eine Handvoll Therapien in ihrem Leben 'genossen' haben, ist bei uns ziemlich viel Fachwissen zum Thema Therapie versammelt. Wir wollen und können natürlich dem Therapeutenverzeichnis der BVSS nicht vorgreifen aber wir können berichten, dass die Praxen in Würzburg durchaus unterschiedlich zum Thema Stottern aufgestellt sind. 

 

Eine Praxis aus Würzburg hat uns an diesem Tag komplett überrascht: Wir wurden angefragt, ob wir in Zukunft In-Vivo-Elemente persönlich begleiten wollen! Das ist natürlich eine tolle Gelegenheit, stotternden Menschen durch unseren offenen und entspannten Umgang mit der Symptomatik direkt zu helfen. Für eine Therapeutin hat unser Besuch sogar den letzten Anschub gegeben, jetzt endlich (nach langer vorheriger Bedenkzeit) BVSS-Mitglied zu werden. Darauf hatten wir es nicht angelegt aber das finden wir natürlich gut.

 

Diese Aktion zum Welttag des Stotterns war ein voller Erfolg und wir wollen noch mehr Praxen (alle Praxen???) in Würzburg einen Antrittsbesuch abstatten. Vielleicht schickt man uns ja in Zukunft den einen oder anderen stotternden Menschen – gerne auch therapiebegleitend! Selbsthilfe ist ja gerade auch neben einer laufenden Therapie sinnvoll, weil viele Therapien die psychische Komponente mehr oder weniger vernachlässigen oder die Möglichkeit der Unterstützung durch andere Betroffene nicht in Betracht ziehen.


7 – 7 = 0

 

Und was heißt das jetzt für mich? Na, dass heute noch kein Gruppenabend ist sondern erst nächste Woche, am 14. November. Aber ich freu mich heute schon drauf – Du auch?

Das Rechenbeispiel oben? Ach so: heute ist bekanntlich der 7. November – und das ist überraschenderweise der erste Mittwoch im Monat und nicht der zweite Mittwoch im Monat, was man mit dieser Rechnung schnell nachweisen kann:

 

erster Mittwoch im Monat ⟺ {TAG} – 7 ≤ 0

 

Und nachdem hier am 7. November genau 0 rauskommt, soll heute keiner vor verschlossener Türe stehen – trotz meiner ach so tollen Rechenkünste ist mir das aber auch schon mal passiert…


Ach Du Schande:

Was machen WIR eigentlich zum Welttag des Stotterns 2018?

 

Martin hatte da einen Beitrag mit dem BR (= Bayerischer Rundfunk, 3. Programm, Fernsehen) angeleiert. Nachdem Martin aber zurzeit beruflich ziemlich eingespannt ist, werde ich beim BR mal anrufen und die Lage eruieren. [Update: Das war doch etwas zu kurzfristig für alle Beteiligten aber das kann noch nächstes Jahr klappen.]

 

Auf jeden Fall ist geplant, dass wir mehrere logopädische Praxen in Würzburg ansprechen und uns als Gruppe dort vorzustellen – in der Hoffnung, dass wir die Menschen mit der doch seltenen Redeflussstörung 'Stottern' in diesen Praxen auch irgendwie erreichen. Selbst, wenn wir mit dieser Aktion nur einen Menschen aus seiner Scham und Isolation herausholen, war es der Mühe wert! [Update: Ich habe etwas herumtelefoniert und bin auf einiges Interesse gestoßen. Wir haben jetzt Anfang November mehrere Gesprächstermine in Würzburg!]

 

Update: Pünktlich zum Welttag (!) erreichte mich der Artikel aus dem Gesundheitsmagazin des Aschaffenburger Main-Echo vom 10.10.2018 von Pat Christ (wir hatten darüber berichtet, s.u.!). Er ist gut geworden, wie ich finde. Einfach unten auf den Artikel 'Angst vor dem Sprechen' klicken. Wir freuen uns schon auf Interessenten aus unserem nordwestlichen Einzugsgebiet (;-))

 

_____________

 

Was die anderen SHGs am/zum Welttag machen?

 

Ein paar Beispiele:


In der Oktober-Gruppenstunde (10. Oktober 2018) war für alle Anwesenden noch einmal ausreichend Zeit, den Buko vom Wochende davor noch einmal Revue passieren zu lassen. Alle Anwesenden waren ja auf dieser Veranstaltung! Und es hat richtig, richtig Spaß gemacht – Köln ist halt immer etwas besonders: Köln hat die größte Stotterer-Selbsthilfegruppe in Deutschland (ca. 100 Mitglieder in vier parallelen Gruppen, wenn ich richtig unterrichtet bin). Auf dem Buko (sichtbar) aktiv waren davon ca. 20 Leute – und diese Manpower spürt man auch: Alle sind gut gelaunt, alles klappt (bis auf die Mikros^^) und jeder findet sofort (s)einen Ansprechpartner für sein Problemchen.

 

Für mich persönlich (Michael) war es der schönste Buko ever – und ich bin seit dem Jahr 2000 in Frankfurt auf fast allen gewesen – und die letzten acht habe ich für den Kieselstein fotografiert…


Anfang Oktober waren drei Mitglieder von uns auf dem Bundeskongress Stottern und Selbsthilfe in Köln; Christin, Jürgen und Michael. Der Bundeskongress ist wie immer der absolute Höhepunkt im 'umflüssigen Jahreslauf' in Deutschland und gilt als Pflichtveranstaltung, wenn man Stottern wirklich ernsthaft betreiben will (;-)

Man trifft Freunde aus aller Herren Länder, kommt mit wirklich jedem ins Gespräch (alle duzen sich…) und profitiert von den Arbeitskreisen, stellt Fragen auf der Podiumsdiskussion und kann sich auch direkt in der Vereinspolitik der Bundesvereinigung einbringen. Und das Rahmenprogramm war diesmal wirklich tipp-topp, mit Disco, Schokolade-Museum, Stockbrot-Grillen, Tanzkurs, etc… Und wir profitieren von den Erfahrungen der anderen Landesverbände und Gruppen: So gibt es in Köln z.B. derzeit vier parallele Gruppen mit ca. 100 Mitgliedern und der Landesverband Baden-Württemberg unterstützt seine Mitglieder finanziell bei den Kosten der Veranstaltungen und Seminaren. Da wollen wir in Bayern natürlich auch hin!

Michael hat wie immer viele Fotos geschossen, die (hoffentlich) im nächsten Kieselstein erscheinen werden und in Kürze auch auf der Website des Kölner Bukos. Hier kann man ein paar vorab sehen.


In der September-Gruppenstunde (12. September 2018) hat Jürgen mit seiner gewählten Sprechtechnik experimentieren wollen, weshalb auch der Rest der Anwesenden wieder die jeweilige Sprechtechnik ausgepackt hat. Das war eine schöne Gelegenheit, mal wieder 'im Schonraum' zu üben. Ganz nebenbei haben wir auch alle Themen abgehandelt, die den Anwesenden auf dem Herzen lagen.

 

Was eine Sprechtechnik ist? Viele Therapieformen verwenden besondere Sprechweisen, die der Stotternde anwenden soll – entweder um sein ganzes Sprechen zu ändern (=Sprechmodifikation) oder nur um seine unflüssigen (oder befürchtet unflüssigen) Anteile zu verflüssigen (=Stottermodifikation). Bei Sprechmodifikation denkt jeder erst einmal an so eine abgerundete Sprechweise mit extrem weichen Stimmeinsätzen wie 'Fluency Shaping' oder die Kasseler Stottertherapie. Bei der Stottermodifikation ist die Van-Riper-Methode der Klassiker; bei dieser Methode soll ein antizipiertes Symptom am besten im Vorfeld oder ein reales Symptom, wenn es halt auftritt, mit einem Pull-Out gelöst werden.

 

Was ein Symptom ist? Das sollte jeder Stotternde aus dem FF beherrschen: Beim idiopathischen Stottern besteht die Kernsymptomatik aus WieWieWiederholungen, Deeeeeeeeeehnungen und ––––PBlockaden.

 

Was idiopathisches Stottern/Pull-Out/Van-Riper/und und und ist? Na, Du  bist aber hartnäckig – aber schön, dass Du so wissbegierig bist! Komm am besten einfach vorbei in die nächste Gruppenstunde!

 


Das Interview mit Pat Christ hat gestern, am Mittwoch dem 5. September 2018, stattgefunden und wie: unsere Gruppe war mit vier langjährigen Mitgliedern vertreten (Annerose, Christin, Jürgen und Michael) – was für ein Powerplay! Frau Christ war super vorbereitet – sie hatte sogar noch kurzfristig unser Blog (ja, dieses Blog!) gelesen. Man merkte es mit jedem ihrer Worte: Pat Christ ist wirklich ganz Voll-Profi! Sie führte uns gekonnt und mit Leichtigkeit durch das Interview und machte sich dabei mit schneller Hand Notizen. Am Schluss zückte sie noch geschwind ihre Kamera machte ein paar (natürlich gestellte) Fotos, bei welchen die auffallenden Textmotiv-Postkarten von der Gruppenarbeit der Sprechfreude³-Gruppe wieder einmal bewähren konnten.

 

'Unser' Artikel wird im Oktober im Aschaffenburger 'Main-Echo', der größten Tageszeitung am Bayerischen Untermain, erscheinen. Diese traditionsreiche Zeitung deckt in unterschiedlichen Ausgaben Teile von drei Bundesländern ab und erscheint in acht Ausgaben gleichzeitig. Nachdem wir die einzige Stottererselbsthilfe-Gruppe in ganz Unterfranken sind und eine der wenigen in Bayern, die sich auch in den Sommerferien treffen (Stottern kennt keine Ferien!), erhoffen wir uns hiervon in diesem Teil unseres Einzugsbereichs weiteres Feedback und freuen uns, dass wir bald noch mehr Menschen helfen können.

 

Nachdem Pat Christ ja bekanntlich kein Korrekturlesen gestattet, vertrauen wir jetzt auf ihre große Professionalität und ihre überragende Auffassungsgabe (die SH-Gruppe der Alleinstehenden ist übrigens auch begeistert von ihrer Arbeit…). Und zur Not stehen wir für Fragen jederzeit zur Verfügung – nicht nur für Pat Christ, sondern für jeden, der uns um Rat fragt.


Upsi, Schreibfehler:

 

Wie wir beim Kneipenbummel gestern im Fuego in Würzburg gemerkt haben (super, Christin!), findet unsere Weihnachtsfeier am Mittwoch, dem 12. Dezember 2018 statt (und nicht wie lange Zeit falsch gemeldet am 11.). Also aufgemerkt – nicht dass jemand zu früh da ist!

 

Also: Kalender-Disziplin statt verweinte Äuglein!


Was haben Bruce Willis, Ed Sheeran, Samuel L. Jackson, Der Graf und Marilyn Monroe gemeinsam? Richtig, das sind alles ganz bekannte Leute – aber das ist hier nicht gemeint. Was verbindet alle diese vier Prominenten also darüber hinaus noch? Richtig; sie stottern oder haben gestottert! Stottern ist also kein Grund, nicht prominent zu werden und tolle Ziele im Leben zu erreichen. (Und es gibt noch viel viel mehr bekannte Stotternde…)

 

Im Rahmen unserer Selbsthilfe-Arbeit treffen wir manchmal auf Betroffene, die anfangs wie festgefahren davon überzeugt sind, dass ihr Stottern an ALLEM schuld ist: dass es in der Schule nicht so gut klappt, dass sie nicht den gewünschten Erfolg im Beruf haben/hatten, dass der Freund/die Freundin/Frau/Mann/Hund/etc. sie verlassen hat, kurzum, für alles was ihnen (vermeintlich) schlechtes im Leben passiert, muss immer ihr böses, böses Stottern herhalten, so als ein 'Alibi deluxe', als ein wahrhaft übermächtiger Gegner. Frei nach dem Motto: "Ich hab ja alles versucht, aber das böse Stottern macht alles sofort zunichte; zja, kann man nichts machen…"

 

Das ist natürlich absoluter Bullshit! Stottern ist in jeder Phase des Lebens veränderbar und was noch viel viel wichtiger ist: unsere Gedanken und Gefühle, unsere Einstellung zum Stottern sind ständig änderbar! Wie man das macht, wie man das schafft, das zeigen wir in unserer Gruppenarbeit und mit unserem persönlichen Beispiel: Es ist an allen unseren aktiven Mitgliedern direkt ablesbar, wie ich finde.

 

Also nur Mut, wage den mutigen Schritt, Dein Stottern nicht immer als den vielleicht bequemsten Grund der Welt zu nutzen, warum etwas nicht klappen kann oder wird. Mach es so wie die vielen berühmten Stotternden am Anfang des Artikels, mach es so wie wir in der Selbsthilfe: ändere Deine Einstellung zum Stottern und dann ändere ggf. Dein Sprechen. Beides ist möglich – aber das mit der Einstellung ist der wichtigere Schritt! Folge Samuel L.Jackson, folge Marilyn Monroe, folge dem, was in Dir steckt – trotz Stottern und wegen des Stotterns. Komm einfach auf Deinen ersten Gruppenabend – wir alle glauben an Dich – Du schaffst das!


In der August-Gruppenstunde (8. August 2018) war ausgiebig Gelegenheit, sich mal wieder in die Feinheiten der Van-Riper-Therapie zu vertiefen. Auch konnte Telefontraining durchgeführt werden, obwohl es ja schon einigermaßen spät war. Aber wenn man weiß, wo man noch anrufen kann, ist das ja kein Problem (;-)


Die Journalistin Pat Christ hat uns angesprochen und möchte mit uns gerne ein Interview führen. Pat Christ arbeitet als freie Journalistin und hat letztes Jahr den Würzburger Friedenspreis bekommen. Das Preiskomitee lobte besonders ihr Engagement für den sozialen Frieden in der Region.

 

Frau Christ berichtet von oft Menschen, die mit Ihren Beeinträchtigungen leben müssen und sich nicht mehr verstecken und ein selbstbewusstes Leben führen wollen. Passt doch irgendwie zu uns, oder? In den nächsten Tagen werde ich einen Rundruf per Telefon starten, weil Frau Christ bis zu drei Gruppenmitglieder dabei haben will. Wann und wo das Interview stattfindet, steht links unter den Terminen. 


Stolz können wir vermelden, dass wir in unserer Reihen ein Gruppen-Mitglied haben, welches bei der BVSS-Aktion '45 Leute zu 45 Euro zum 45. Kongress' mit seiner Bewerbung zur Teilnahme am 45.Bundeskongress in Köln Erfolg hatte. Diese dreitägige Kongress-Teilnahme ist wirklich deutlich billiger als zu Hause zu bleiben! Und das Beste? Die Aktion wurde erneut verlängert bis zum 20. August 2018!

 

Also, wenn Du jung bist (möglichst unter dreißig), nur ein knappes Budget hast und neugierig auf den 'BuKo' bist, dann melde Dich bei uns! Wir beraten Dich gerne! So billig kommst Du vielleicht nie wieder auf einen Bundeskongress…


In der Juli-Gruppenstunde (11. Juli 2018) hatten wir gleich wiederum einen Neuzugang zu verzeichnen! Es ist immer interessant zu sehen, wenn jemand vergleichbare Therapie-Erfahrungen gemacht hat; sofort werden Parallelen gezogen und Unterschiede ausgemacht. Dieser direkte Vergleich spornt natürlich an – wie oft, gut und wie konsequent wende ich meine gelernte Sprechtechnik(en) an? Wie oft den Pull-Out, wann das Pseudo-Stottern? Und noch interessanter sind die Unterschiede, die der gleiche Therapeut in der Therapie der unterschiedlichen Personen macht; welche macht er und warum gerade diese? Welche Einzel-Therapie ist 'besser' – also besser auf die jeweilige Person zugeschnitten?

 

Da freuen wir uns schon wieder auf die nächste Gruppenstunde!


In der Juni-Gruppenstunde (13. Juni 2018) kamen gleich zwei Neuzugänge! Gleich zwei junge Menschen haben diesen letzten, aber doch entscheidenden Schritt gewagt und haben den Weg zu ihrer ersten Gruppenstunde beschritten. Einer kam für sich selbst, die andere für ihren stotternden Freund. Nachdem wir alle selbst noch wissen, wie viel Mut und Überwindung es kostet, die erste Gruppenstunde zu besuchen – alles fremd, alles neu, Aufregung, so viele unbekannte Leute, hohe Erwartungen und und und… Wir alle sind unterschiedlich, jeder hat seine eigene Geschichte, wir alle sprechen und stottern anders, wir sind alles Individuen – aber uns alle verbindet die Hoffnung, der Wunsch, diese eine Gewissheit: dass wir unsere Einstellung und damit unsere Gefühle beim Stottern ändern können als auch unser Stottern, unser Sprechen und selbst unsere Sprechangst (die im Übrigen auch unter Normalsprechern wütet^^) und dass es niemals zu spät ist, das richtige zu tun: den ersten Schritt zu einem selbstbestimmten Umgang mit dem Stottern zu wagen.

 

Ja, ich gebe es zu, es sind genau solche Momente auf dem Gruppenabend, der auch den erfahrensten Stotternden ein inneres Lächeln auf die Seele zaubert: Die Hoffnung, dass die eigenen Erfahrungen anderen Betroffenen helfen – eine Hoffnung, die zum Glück niemals enttäuscht wird.

Wenn es da draußen noch jemanden gibt, der spürt, dass sein Umgang mit sich selbst als Stotterer so nicht weitergehen kann, so rufen wir ihm zu:

 

Komm zu uns und sei unser Gast, unser Freund und einer von uns! Wir werden alles tun, um Dir zu helfen. Wage auch Du diesen ersten Schritt! Du bist bei uns willkommen!


25.05 – 27.05.2018: Die Flow Zukunfts-Werkstatt 2018 – diesmal mit Beteiligung der Stotterer-Selbsthilfegruppe Würzburg!

In der Göttinger Jugendherberge trafen sich am letzten Wochenende im Mai knapp dreißig Jugendliche und junge Erwachsene, um über die Zukunft von Flow zu beraten, diskutieren, zu entscheiden und ZU MACHEN! (An-)geleitet wurden wir dabei von Anna Caroline Türk – ein echter Profi! Ich muss zwar zugeben, dass ich am Anfang dachte, dass die Gruppe bei diesem freien und selbstbestimmten Stil wenig bis nichts schaffen würde aber da hatte ich mich echt getäuscht: Alle Beteiligten brachten sich voll mit ein und sprühten nur so vor eigenen Wünschen, Zielen, Hoffnungen und Tatendrang.

Die Jugend ist unsere Zukunft und mit dieser Jugend freue ich mich auf die weitere Entwicklung von Flow – die jungen Sprechgruppe der BVSS, der BVSS selbst und dem Selbstverständnis stotternder Menschen in Europa. Mein (Haupt-)Beitrag war das Dokumentieren der Veranstaltung durch Fotos – wer mich kennt, der weiß, dass ich das nur zu gerne mache. Aber ich war auch normaler Teilnehmer und neben dem Event-Shoot konnte ich meine Erfahrungen in die Gruppenarbeit einfließen lassen und etwas 'hummeln' – wer dabei war, der weiß, was ich meine (;-)

Flow
Die junge Sprechgruppe – besser als jeder Block!

24.05.2018: Die DSGVO steht vor der Tür – und wir sind langsam, langsam bereit dafür. Nachdem ich meine Zeit der Sache widmen will, die ich als die wichtigste ansehe, nämlich der Betreuung unserer Mitglieder und der Anfragen von Hilfesuchenden, musste unser eigenes (leeres) Forum dran glauben und unser Blog hat (erst einmal) seine Kommentar-Funktion verloren.

Das Forum wird nicht wiederkommen – wir verweisen hier auf das Forum der BVSS; dort gibt es wesentlich mehr Inhalte/Betreuung als dies bei uns je möglich sein könnte. Und sobald ich es schaffe, bekommt der Blog wieder seine Kommentarfunktion zurück…

 

Nun zum Eingemachten:

Unsere (mittlerweile inoffiziellen) Seiten bei YahooGroups werden fallen. Im Prinzip brauchen wir diese Portale nicht mehr: Mittlerweile verschicken diese Portale nur noch regelmäßige Einladungen zum Gruppenabend. Die Pflege ist mir ein Graus, weil hier viel viel SPAM reinkommt, fast kein Mehrwert entsteht und ich die Seiten nicht so direkt und einfach wie diese hier pflegen kann – von proaktiver DSGVO-Konformität ganz zu schweigen… Die Mailinglisten muss ich halt in meinem eigenen GMX-Account pflegen und verwalten, was natürlich einen Mehraufwand bedeutet und auch eines Opt-Ins bei den neuen alten Mitgliedern bedarf.

Falls jemand etwas dagegen hat, soll er sich schnellstens bei mir melden!

 

Weiterhin fröhliche und unbeschwerte Unflüssigkeiten wünschend,

Michael


In der Mai-Gruppenstunde (9.5.2018) war das fachliche Niveau ziemlich hoch, was mit der Zusammensetzung der Gruppe an diesem Abend zu tun hatte. Wir fachsimpelten z.B. über Prof. Katrin Neumann, die letzten Erkenntnisse der Hirnforschung zum Thema Stottern und die (gehirnfunktionale) Bewertung der unterschiedlichen Therapieansätze – und für wen welche Therapie die geeignete ist und ob (und woran) man das vorher erkennen könnte/kann. Wir hatten sogar jemand dabei, der selbst vor langen Jahren bei Frau Prof. Neumann 'in der Röhre' war. Alles sehr interessant.

Auch war der Umgang von Vorgesetzten mit stotternden Mitarbeitern ein Thema; allein die Tatsache, dass 'der Chef' für die Handlungen all seiner Mitarbeiter geradestehen muss, ließ manche Sachen/Vorfälle in den Biografien der Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe in einem anderem Licht erscheinen. Ja, wir hatten auch einen Chef in unseren Reihen auf dieser Gruppenstunde dabei – warum auch nicht?


In unserer April-Gruppenstunde (11.4.2018) haben wir uns in kleinerem Rahmen getroffen und die verschiedenen Techniken der Van-Riper-Therapie lebhaft durchdiskutiert und wann diese im Sprech(-Un-)fluss einzubauen sind und wann nicht. Mehrere Betroffene hatten ja schon entsprechende Erfahrung gemacht – oder sind gerade dabei.

Kennen Sie noch die Begriffe Nettostottern,  Pseudostottern, Freeze, Prolongation, Pull-Out und Nachbesserung? (Die Nachbesserung hatten wir auf dem Gruppenabend unter den Tisch fallen lassen; der Begriff sei hiermit nachgeliefert^^) Hand aufs Herz – können Sie, wenn Sie irgendwann mal in Ihrem Leben eine Van-Riper-Therapie gemacht haben, diese Begriffe noch erklären und erläutern, wann Sie diese Techniken einsetzen? Egal wie Ihre Antwort ausfällt, Sie sind auf jeden unserer Gruppenabende herzlich eingeladen.

Da freuen wir uns schon auf den Mai – vielleicht haben wir ja mehr Begriffe unterschlagen (;-)


In der März-Gruppenstunde (14.3.2018) hatten wir einen Neu-Zugang zu verzeichnen, was uns natürlich immer freut! Nachdem wir die Anonymität der Person wahren wollen, bezeichnen wir sie hier willkürlich einfach mit 'E'. E ist ca. Ende dreißig, spricht zwei Sprachen (un-)fließend (;-), hat schon eine (relativ erfolglose) Therapie in einer kleinen lokalen Logopädiepraxis (durch-)gemacht und hat endlich den Weg zu uns gefunden – über unsere Webseite wuerzburg-stottert.de. Was für ein schöner Erfolg! Wir freuen uns immer, wenn wir neuen Stotternden mit allen Informationen zum Thema versorgen können; jede Frage konnten wir beantworten! Z.B. auch, dass 'Schwedenkräuter' – ein traditioneller Kräuterlikör mit "Heilwirkung" gegen alles Mögliche – wahrscheinlich keine allzu erfolgversprechende, dauerhafte Therapie gegen Stottern sein wird. Hihi, ich hatte anfangs 'Schwedenkröte' verstanden^^

Vielleicht sollten wir mal wieder, vielleicht im Rahmen eines Grillfestes(?), unseren legendären Versuch 'Stottern unter Alkoholeinfluss' (hier mehr zu diesem Thema) wiederholen – aber erst dann, wenn wir ein tragfähiges Konzept für Versuchsaufbau, die eingesetzte Stotter-Metrik (z.B. gestotterte Silben/Minute oder Stotterereignisse/100 Laute etc.) und v.a. die Versuchs-Auswertung haben. Alles nicht einfach – aber auch nicht unmöglich! Wer hat Lust sich einzuarbeiten? Der kriegt Freibier!

 

Es ist auch immer wirksam, seine eigene Lebens- und z.T. Leidensgeschichte zu erzählen und noch viel spannender zu hören, wie es jemand anderem ergangen ist und welche Erfahrungen jemand gemacht hat. Nachdem wir der neuen Interessentin/Interessent noch unsere DVD zum Thema 'Trotz Stottern erfolgreich im Beruf' und einen halbwegs aktuellen 'Kieselstein' ausgeliehen hatten, war die Gruppenstunde auch schon wieder ruck zuck vorbei; wir hatten sogar eine Viertelstunde überzogen!

 

Da freuen wir uns schon auf den April! Und auf ein Wiedersehen mit E!!


In der Februar-Gruppenstunde (14.2.2018) tauschten wir uns mal wieder mit den Alleinstehenden aus. Diese befreundete Gruppe ist mittlerweile in das Erdgeschoss im Selbsthilfehaus umgezogen, während wir immer noch im 2.OG sind. In der restlichen Gruppenstunde besprachen wir das weitere Vorgehen unserer Gruppe im Web/Real Life. Außerdem wurde mit in-vivo-Telefonaten gearbeitet.

 

Es gibt einiges zu tun – in allen Bereichen!


Im aktuellen 'Kieselstein' – der Mitgliederzeitschrift der BVSS – sind gleich mehrere Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe auf dem Titelbild (s.u.) zu sehen! Auch der, der das Foto gemacht hat, ist aus unserer Gruppe^^. Der lebhaft verfasste Bericht zum Titelbild stammt auch aus unseren Reihen, doch dazu wird es später noch einen eigenen Blog-Eintrag geben – oder einfach eine Erweiterung… Da sind wir doch mächtig stolz drauf – hier die offizielle Meldung

 

Es ging um das interessante Seminar: "Das etwas andere Rhetorik-Seminar – das spricht für dich – kreative Wege in der Kommunikation" vom 17.–19. November 2017 in Magdeburg. Gehalten wurde das Wochenendseminar im Übrigen von Dorothea Beckmann. 


Zur Zeit passiert richtig viel – wo soll man da anfangen? Zur Not probier ich's einfach chronologisch. Fangen wir mit einem weiteren off-topic-Beitrag an:

 

(M)Ein Erfahrungsbericht vom Treffen der Fokusgruppe 2018 im Kloster Oberzell in Zell am Main

 

Nachdem ich relativ kurzfristig vom Treffen erfahren hatte, kam ich am Samstag dort an. Im Vergleich zum letzten Jahr sollte ich nicht nur ein paar Fotos schießen, sondern zusammen mit Martin Neisser die Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe vertreten. Leider hatten wir – die Stotternden – nur am Samstag Zeit, und mussten feststellen, dass die fleißige Gruppe schon komplett versammelt war und auch schon vorzeitig mit der (erneuten) Vorstellungsrunde angefangen hatte. In der Runde erblickte ich – bis auf das Kamerateam von bernsteinfilm.de – nur vertraute Gesichter von Menschen, die ich im letzten Jahr beim ersten Fokustreffen kennengelernt hatte.

 

 

Hä, Fokustreffen? Was ist das eigentlich?

 

Auf diesem Arbeitstreffen begegnen sich nun zum wiederholten Male aktive Mitglieder von drei unterschiedlichen Selbsthilfe-Verbänden, die alle mehr oder weniger mit Sprech- oder Sprachproblemen zu tun haben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erschließung und Nutzung von Synergie-Effekten bei der Beschäftigung mit Sprechen und Sprache und natürlich auf der Öffentlichkeitsarbeit. Bei den drei Verbänden handelt es sich um die Selbsthilfe-Verbände mit den häufigsten Sprach- und Sprechstörungen:

 

* Bundesverband Aphasie e.V.

* Selbsthilfevereinigung für Lippen-Gaumen-Fehlbildungen (Wolfgang Rosenthal Gesellschaft)

* Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.

 

Ein passender Name für die gemeinsame Fokusgruppe wurde auch bereits gefunden:

 

Sprechfreude³

 

 

Hmmm, Stottern – kenn ich, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte – hab ich schon einmal gesehen, aber was ist Aphasie??

 

Aphasie (griechisch 'Sprachlosigkeit') nennt man eine erworbene Sprachstörung, die immer auf eine erfolgte Schädigung von Teilen des Gehirns zurückzuführen ist. Sie tritt nach dem abgeschlossenem Spracherwerb auf und wird zumeist von einem Schlaganfall, einem Schädel-Hirn-Trauma oder einer Gehirnblutung verursacht. Eine Aphasie beeinträchtigt immer alles, was mit Sprache zu tun hat – also das Lesen und Schreiben, das Verstehen aber auch das aktive Sprechen.

 

 

Was hatte die Sprechfreude³-Gruppe beim Fokustreffen im letzten Jahr eigentlich erarbeitet?

 

In der gemeinsamen Gruppenarbeit (die Stotternden waren leitend vertreten durch Martin Seefeld, LV Baden-Württemberg), die allen viel Spaß gemacht hatte, wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Störungsbilder sauber herausgearbeitet und festgehalten. Wir stellten fest, dass es dabei überraschende Parallelen aber auch krasse Unterschiede gibt: So ist z.B. 'die Spalte'(, wie die Mitglieder der Lippen-Gaumen-Fehlbildungen-Gruppe dazu sagen,) angeboren, beim Stottern sind nur Teile der bedingenden Faktoren im Gehirn angeboren, wobei die Störung meist im Kindesalter offenbar wird. Im Gegensatz dazu tritt bei Aphasikern (offiziell sagt man wohl besser 'Menschen mit Aphasie') die Sprach-/Sprechstörung wie ein Blitz in ihr Leben und verändert das Leben eines gesunden Menschen nachhaltig – und es sind nicht nur alte Menschen betroffen. Als greifbares Ergebnis des Treffens wurden sechs unterschiedliche Postkarten-Motive entworfen, die jeweils auf der Bildseite einen Spruch zeigen, welcher immer mit Sprache/Sprechen zu tun hat. Auf der Rückseite der Karten sieht man neben dem Anschriften- und Briefmarkenfeld die drei Logos, Namen und URLs der drei Verbände. Hier die fünf (!) verwendeten Sprüche zu den sechs Bildern:

  • Reden ist Schweigen, Silber ist Gold  (Bild: Froschkönig)
  • nicht auf den Mund gefallen  (Bild: Piktogramm eines nach hinten fallenden Menschen)
  • RAUS mit der Sprache!  (Bild 1: Piktogramm einer Schere, Bild 2: Schattenriss eines Agenten mit einer Schere)
  • komm, komm, Kommunikation  (Bild: Sprechblase)
  • Mut zur LÜCKE  (Bild: Käse mit Löchern)

 

Die Postkarten sehen wertig und flott aus und sollen in der Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden.

 

 

Was hat Sprechfreude³ bei diesem Treffen geschafft?

 

Dieses Jahr war der Plan, dass mehrere Kurzfilme entstehen sollten, die zur Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden können. Die Idee dahinter: Der erste Film soll mit Vorurteilen zu tun haben. Alle drei Teilnehmergruppen sind mit zum Teil gleich gelagerten Vorurteilen konfrontiert. In der ersten Phase ging es darum, alle bekannten Vorurteile aufzuschreiben. So etwas wie 'Die spricht aber komisch!' oder 'Auf den Kopf gefallen?' oder 'Der Ärmste – also ich könnte das ja nicht…'. Dazwischen war sogar noch irgendwie Zeit für die Besichtigung der Klosterkirche St.Michael und des Balthasar-Neumann-Treppenhaus! Danach erarbeiteten wir das Skript des ersten Films: eine Gruppenszene, die die Vorurteile (und damit die implizite Boshaftigkeit) der Gesellschaft gegenüber eines herausgehobenen Betroffenen darstellt und am Ende mit der offensiv gezeigten Gesprächsbereitschaft des direkt Betroffenen überrascht. Das professionelle Filmteam rund um Michael Bernstein war tatsächlich in der Lage, unsere Vorstellungen sofort in sichtbare und ansprechende Realität umzusetzen. Natürlich haben wir am Wochenende im Kloster nur den Ton einsprechen und das Rohmaterial aufnehmen können. Erst in der Post-Production und im Schnitt wird daraus ein (hoffentlich vorzeigbarer) Film entstehen. Mit Videodrehs hat die Stotterer-Selbsthilfegruppe Würzburg ja schon eigene Gehversuche unternommen: Wir haben im Rahmen unserer Kooperation mit der Berufsfachschule für Logopädie Würzburg gleich mehrere Streifen zum Thema Stottern & Selbsthilfe gedreht; so richtig mit Drehbuch und so. Für die SHG-Würzburg-Insider unter uns: Ich sag nur 'Apothekenszene'…

 

Im Anschluss wurde noch einen zweiten Spot erarbeitet, bei welchem wir die Sprüche der Postkarten aus dem letzten Jahr (s.o.) mit unseren eigenen Sprechweisen vertont haben – alle Beteiligten haben alle Sprüche eingesprochen! Hierbei hat Martin Neisser mit seinem sauber und ausführlich ausgeführten Pseudostottern uns alle nachhaltig beeindruckt – Gänsehaut pur! Zu sehen gibt es (nur) die Postkarten, wie sie von links und rechts in den Sichtbereich der Kamera geworfen werden, was auch nicht einfach ist, wenn man genaue Vorstellung hat, wie es erfolgen muss.

 

Die gemeinsame Arbeit mit den anderen Verbände bringt oft mehr als das Köcheln im eigenen Sud: Es erweitert den Horizont; jeder profitiert von den Lösungen der anderen Verbände und neue Querverbindungen werden geknüpft. Außerdem haben wir festgestellt, dass wir alle einen eigenen Sinn für Humor haben. Wir als Stotternde sind es ja gewohnt, unsere Lage vor allem mit Humor zu begreifen: Hu-Hu-hu-HHHHHumor ist ja, wenn mmmm-m–mm———ich trotzdem lllllllacht (;-)

 

Am Abend schauten wir uns noch ein paar schon fertige Filmchen unserer Verbände an. Die Mädels vom BV Aphasie präsentierten uns ihren Film 'Bewegung bringt’s – der neue Informations- und Aufklärungsfilm' (übrigens auch von bernsteinfilm.de). Und wir hielten mit unserem Hardcore-Klassiker 'Sprachlos' (2004 gedreht von Michael Kofort, SHG Münster) dagegen; hardcore ist der Film deshalb, weil die gezeigte Situation im Leben eines stotternden Menschen dramatisch überspitzt dargestellt wird – ein Stilmittel, durch welches der Film erst so richtig wirkt!

 

Wir sind schon auf die neuen Kurzfilme gespannt aber da werden wir noch ein paar Wochen warten müssen…

 

Ach ja, der neue Termin für das nächste Treffen der Sprechfreude³-Gruppe steht schon fest: 1. Februar bis 3. Februar 2019 im Tagungshaus Klara/Kloster Oberzell. Hier gibt es auch ein paar Fotos zu sehen (die Gruppenfotos hat Marina vom Film-Team aufgenommen, für den Rest zeichne ich verantwortlich…). Die Aphasiker haben auch eine What’s app-Gruppe eingerichtet (wer da rein will, meldet sich bei mir, ich leite das dann an Dagmar Amslinger weiter). Also, ich freue mich schon auf das nächste Jahr!

 

Michael Braun.

 

PS

Dank an die fleißigen KorrekturleserInnen Dagmar Amslinger und Martin Seefeld (;-)


Hier mal – gänzlich off topic – ein kleiner Beitrag zwischendurch:

 

Ich bin ja Mitglied in der BVSS und deswegen auch automatisch (?) im Landesverband Bayern – und genau von diesem kam in den letzten Tagen per Post die Seminarbroschüre 2018. Ich werde sie in zu den nächsten Gruppenabenden mitbringen(, wenn ich es nicht vergesse)…

 

Das tollste daran? Ein Seminar findet in WÜRZBURG statt und auch noch ein paar weitere im restlichen Franken!

 

Hier verlinke ich die aktuelle Broschüre einmal für unsere Nicht-Mitglieder – die dürfen ja auch an den Seminaren teilnehmen (;-)

 

Auch die Liste der Stotterer-Selbsthilfegruppen in Bayern liest sich auf den ersten Blick ganz imposant: mit 14 Gruppen – also inkl. der FLOW-Gruppe!


In der Januar-Gruppenstunde (10.1.2018) besuchte uns eine Gruppe von drei Schülerinnen der BFS Logopädie Würzburg, um mal ein bisschen 'Selbsthilfe-Luft' zu schnuppern. In der Vorstellungsrunde legten wir unseren Schwerpunkt auf die Entwicklung unseres Stotterns und den unterschiedlichen Therapie-Erfahrungen. Die angehenden Logopädinnen legten, als sie an er Reihe waren, den Fokus auf ihre persönliche Motivation, diesen Beruf zu ergreifen. Im Folgenden entwickelte sich ein intensiver Austausch; es ging z.B. über Stotter- und Sprech-Angst, Vermeidung, ein Buch von Georges Perec und so viel mehr.

 

Diese Gruppenstunde war ziemlich persönlich und berührend für uns – für uns alle – Danke an alle Beteiligten: Ihr wart toll!


Der Höhepunkt des Jahreslaufs in unserer Selbsthilfegruppe ist neben den 'besonderen Aktivitäten' die Weihnachts-Gruppenstunde (diesmal am 13.12.2017). Ein paar ganz fleißige waren sogar schon eine Dreiviertelstunde vorher im Selbsthilfehaus, wärmten den Glühwein und schmückten den großen Gruppenraum im ersten Stock (die 'Alleinstehenden' hatten mit uns wie jedes Jahr an diesem Termin den Gruppenraum getauscht – Danke an Euch!). Wieder hatten wir alle mit Adresse bekannten Mitglieder mit einer persönlichen, liebevoll gestalteten, schriftlichen Einladung eingeladen (Danke an C. für die Idee, die Entwürfe, Gestaltung, Realisierung, den Versand und einfach alles!). Dann wurden Tassen bereitgestellt, Kerzen aufgestellt und entzündet und der heiße Glühwein von der Küche unten hochgetragen und ausgeschenkt. Die meisten Besucher brachten wie immer selbstgebackene (oder selbstgekaufte^^) Plätzchen und anderes Gebäck mit. M. stellte wieder seinen Laptop auf und ließ alle Bilder der letzten zig Jahre in einer Schleife durchlaufen, während sich die Gespräche stetig entwickelten. Dann wurden die Grußbotschaften der Mitglieder vorgetragen, die leider nicht kommen konnten. Dann klopfte es an die Tür und zu unserer großen Freude kam auch ein neuer Gast zum allerersten Mal zu uns – das war für uns die allergrößte Weihnachtsüberraschung! Es war toll zuzusehen, wie alle ihn sofort integrierten und er sofort bei uns angekommen war. Ein jeder konnte seinen Beitrag leisten und wir hatten auch Bernd Koppenhagen dabei, was natürlich fachlich immer ein Highlight ist. Das 'Stotterjahr' 2017 war für uns ein gutes für unsere Gruppe (man denke nur einmal an die vielen Eindrücke und Erfahrungen: den BuKo in Nürnberg, die besuchten Seminare, z.B. in Magdeburg, die Therapieerfahrungen von J. und M., den Kneipenbummel in Würzburg mit 'In-Vivo-Elementen' Ende März und und und…) und wir freuen uns auf das neue Jahr! Danke an alle Beteiligten! Weiter so! (Nur sollten wir am 11.12.2018 wesentlich mehr Glühwein/Punsch am Start haben – auch 5 Liter werden nicht reichen!)



Wer wir sind...

Wir sind eine von rund 90 Selbsthilfegruppen stotternder Menschen in der Bundesrepublik und treffen uns, um uns mit dem eigenen Stottern auseinanderzusetzen. Unser Ziel ist es, zu einem freien und selbstbewussten Umgang mit dem eigenen Stottern zu gelangen. Denn nicht das gestörte Sprechen ist das größte Problem, sondern vielmehr die innere Einstellung, mit der ein Stotternder seinem Stottern gegenüber steht und die sein ganzes Leben bestimmen kann.

 

Wir versuchen, das eigene Stottern nicht mehr zu verdrängen, sondern setzen uns gezielt damit auseinander, um es objektiver betrachten zu können. Darauf aufbauend wollen wir Sprechängste abbauen, die Kontaktfähigkeit erhöhen und eine fließendere Sprechweise anstreben.

Im lockeren Gespräch in der Gruppe mit gleichsam Betroffenen wird Sprechangst abgebaut und ein anderer Umgang mit dem Stottern gefördert.

 

Wir sind eine offene Gruppe von Leuten, die unterschiedlich stark stottern und aus den unterschiedlichsten Altersgruppen und Berufszweigen kommen.

 

Wir haben den 30. Bundeskongress der Stotterer-Selbsthilfe vom 2.-5. Oktober 2003 im Jugendgästehaus Würzburg ausgerichtet. 279 Betroffene und Interessierte aus sechs Ländern und drei Kontinenten waren der Einladung gefolgt. Das Jugendgästehaus war damals komplett ausgebucht.

 

Mehr zum Thema Stottern findet man auf den Seiten der BVSS, der Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.